Tunnelzug und Kordel einziehen: saubere Durchzüge nähen

Tunnelzug und Kordel einziehen: saubere Durchzüge nähen

Ein Tunnelzug ist ein umgeschlagener Stoffkanal, durch den eine Kordel oder ein Gummiband gezogen wird, etwa am Bund einer Hose, an einer Kapuze oder am Rand eines Beutels. Sauber genäht hält er die Kordel in Position und lässt sie leicht gleiten. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie der Tunnel entsteht, wie die Öffnung angelegt wird und wie die Kordel eingezogen und gesichert wird.

Inhalt

Den Tunnel nähen

Für den Tunnelzug wird der Stoffrand doppelt umgeschlagen: einmal schmal, um die Schnittkante zu verstecken, und einmal breiter, um Platz für die Kordel zu schaffen. Die Breite des Tunnels richtet sich nach der Dicke der Kordel; er sollte etwas breiter sein, damit die Kordel leicht durchgleitet. Der Umschlag wird gebügelt und festgesteckt, bevor er knappkantig festgesteppt wird.

Wichtig ist, dass beide Enden des Tunnels offen bleiben oder eine Durchzugsöffnung vorhanden ist, durch die die Kordel später ein- und austritt. Bei einem geschlossenen Rundstück, etwa einer Hose, legt man die Öffnung an der Vorderseite an, bevor der Tunnel genäht wird. Eine gerade, gleichmäßige Naht sorgt dafür, dass die Kordel ohne Haken hindurchläuft.

Öffnung und Ösen anlegen

Für die Durchzugsöffnung gibt es zwei gängige Wege. Man kann zwei kleine Nahtöffnungen in der Innenlage lassen oder Metallösen setzen, durch die die Kordel nach außen tritt. Ösen wirken sauber und verstärken die Öffnung, sodass der Stoff dort nicht ausfranst. Sie werden vor dem Nähen des Tunnels an der markierten Stelle gesetzt und mit dem passenden Werkzeug fixiert.

Werden stattdessen Nahtöffnungen genutzt, versäubert man deren Ränder, damit sie sich nicht auflösen. Wer Ösen, Einziehhilfen oder anderes Zubehör für sein Vorhaben sucht, findet passendes Zubehör über den Ersatzteilfinder. Die Öffnung sollte immer etwas Abstand zur Kordelbreite haben, damit sich das Band beim Zusammenziehen des Tunnels nicht verkantet.

Kordel einziehen und sichern

Zum Einziehen befestigt man eine Sicherheitsnadel an einem Ende der Kordel und schiebt sie schrittweise durch den Tunnel, indem man den Stoff über die Nadel schiebt und nachfasst. Alternativ eignet sich eine spezielle Einziehnadel oder eine Kordelklammer. Das freie Ende der Kordel steckt man vorher fest oder verknotet es, damit es nicht mit in den Tunnel rutscht.

Ist die Kordel durchgezogen, werden die Enden gegen das Ausfransen gesichert, etwa durch einen Knoten, eine Kordelendkappe oder ein kurzes Umnähen. Bei einem Gummiband näht man die beiden Enden überlappend zusammen und verteilt die Kräuselung gleichmäßig. So bleibt der Zug funktionsfähig und die Kordel verschwindet nicht ungewollt im Tunnel.

Häufige Fragen

Wie breit sollte der Tunnel sein?

Etwas breiter als die Kordel, damit diese leicht durchgleitet; bei dicken Kordeln entsprechend mehr Zugabe einplanen.

Wie verhindert man, dass die Kordel im Tunnel verschwindet?

Indem man das freie Ende vor dem Einziehen feststeckt oder verknotet und die Enden nach dem Durchziehen sichert.

Sind Ösen zwingend notwendig?

Nein, auch kleine versäuberte Nahtöffnungen funktionieren; Ösen wirken jedoch sauberer und verstärken die Durchzugsstelle.