Overlock mit Lufteinfädelung: das Prinzip der Baby-Lock-Technik

Overlock mit Lufteinfädelung: das Prinzip der Baby-Lock-Technik

Kurz gesagt: Bei der Lufteinfädelung werden die Greiferfäden per Luftdruck durch dünne Röhrchen geschossen, statt sie von Hand durch enge Ösen zu fädeln. Das von Baby Lock bekannt gewordene Prinzip erleichtert vor allem das Einfädeln der unteren Greifer.

Warum Greifer-Einfädeln als knifflig gilt

Das Einfädeln der Greifer ist bei vielen Overlock-Maschinen der unbeliebteste Schritt. Die unteren Greifer liegen tief in der Maschine, und der Faden muss durch enge Führungen und Ösen gelegt werden. Wer den Faden nur einmal falsch führt, bekommt kein sauberes Stichbild und muss von vorn beginnen.

Hinzu kommt die richtige Reihenfolge: Bei vielen Overlocks müssen die Greifer in einer bestimmten Abfolge eingefädelt werden, damit sich die Fäden nicht gegenseitig blockieren. Genau hier setzt die Lufteinfädelung an und nimmt dem Vorgang einen Großteil der Fummelei.

Wie die Lufteinfädelung funktioniert

Bei der Lufteinfädelung führt man das Fadenende lediglich in die Öffnung eines Röhrchens ein. Ein Luftstoß befördert den Faden dann durch einen dünnen Schlauch bis zum Greifer. Das mühsame Durchfädeln enger Ösen entfällt, weil die Luft die Arbeit übernimmt und den Faden auf dem vorgesehenen Weg ans Ziel bringt.

Dieses Prinzip wurde durch Baby Lock bekannt und ist dort über mehrere Modellgenerationen verbreitet. Es betrifft vor allem die Greifer; die Nadeln werden weiterhin von Hand eingefädelt, was unkompliziert ist, weil sie gut zugänglich liegen. Inzwischen setzen auch andere Hersteller auf vergleichbare Luftsysteme.

Vorteile im Alltag

Der praktische Nutzen zeigt sich beim Farbwechsel: Wer häufig die Garnfarbe wechselt, spart Zeit und Nerven. Auch Einsteiger kommen mit der Greifer-Einfädelung schneller zurecht, weil weniger schiefgehen kann und der Faden zuverlässig dort landet, wo er hingehört.

Das Stichbild hängt anschließend wie bei jeder Overlock von Spannung, Nadeln und Differentialtransport ab. Einen Eindruck von Bauweise und Ausstattung solcher Maschinen geben die Modelle der Marke Baby Lock, die für die Lufteinfädelung bekannt ist.

Was die Lufteinfädelung nicht ersetzt

Die Lufteinfädelung erleichtert das Einfädeln, ändert aber nichts an den übrigen Grundlagen des Overlockens. Spannung einstellen, passende Nadeln einsetzen und den Differentialtransport an den Stoff anpassen bleiben nötig. Auch das Reinigen des Messer- und Greiferbereichs gehört weiterhin zur regelmäßigen Pflege.

Wer von einer klassischen Overlock umsteigt, sollte sich also nicht wundern, dass nach dem Einfädeln dieselben Einstellschritte folgen. Der Komfortgewinn liegt gezielt beim Einfädeln, nicht beim Nähen selbst.

Pflege der Einfädelkanäle

Damit die Luft den Faden zuverlässig befördert, sollten die Kanäle frei von Flusen und Fadenresten bleiben. Beim Garnwechsel schneidet man den alten Faden vorn ab und zieht ihn nicht rückwärts durch den Schlauch heraus, um Rückstände zu vermeiden.

Ansonsten gilt für lufteingefädelte Overlocks dieselbe Pflege wie für andere Modelle: Flusen entfernen, Messer prüfen und bewegliche Teile nach Anleitung warten. Eine saubere Maschine fädelt zuverlässiger ein und näht ein gleichmäßigeres Stichbild.

Häufige Fragen

Werden bei der Lufteinfädelung auch die Nadeln eingefädelt?

Nein. Die Lufteinfädelung betrifft die Greifer. Die Nadeln werden weiterhin von Hand eingefädelt, was unkompliziert ist, weil sie gut zugänglich sind.

Ist eine Overlock mit Lufteinfädelung leichter zu bedienen?

Der Einfädelschritt der Greifer wird deutlich einfacher. Spannung, Nadeln und Differentialtransport müssen aber wie bei jeder Overlock eingestellt werden.

Welche Marke ist für die Lufteinfädelung bekannt?

Das Prinzip wurde vor allem durch Baby Lock bekannt und ist dort über mehrere Modellreihen verbreitet. Inzwischen nutzen auch andere Hersteller ähnliche Verfahren.

Wie pflegt man die Einfädelkanäle?

Die Kanäle sollten frei von Flusen bleiben. Den alten Faden vorn abschneiden statt rückwärts herauszuziehen, damit keine Reste im Schlauch zurückbleiben.