Oberfaden reißt ständig: Ursachen und Behebung

Oberfaden reißt ständig: Ursachen und Behebung

Kurz gesagt: Ein ständig reißender Oberfaden hat meist eine von wenigen Ursachen: falscher Einfädelweg, zu hohe Spannung, eine beschädigte Nadel oder ein Grat an Stichplatte und Greiferbahn. Wer diese Punkte der Reihe nach prüft, findet die Quelle in der Regel schnell.

Zuerst den Einfädelweg prüfen

Die häufigste Ursache für einen reißenden Oberfaden ist ein falscher oder unvollständiger Einfädelweg. Liegt der Faden nicht richtig zwischen den Spannungsscheiben oder ist er um eine Führung gesprungen, entsteht eine ungleichmäßige Spannung, die den Faden überdehnt und schließlich reißen lässt.

Zum Neueinfädeln hebt man den Nähfuß an, damit sich die Spannungsscheiben öffnen und der Faden sicher zwischen ihnen einrasten kann. Man folgt dem aufgedruckten Fadenverlauf von der Garnrolle über die Spannungseinheit und den Fadenhebel bis zur Nadel und prüft, dass keine Führung übersprungen wurde.

Fadenspannung kontrollieren

Ist die Oberfadenspannung zu hoch eingestellt, zieht sie am Faden, bis er reißt – besonders bei dünnem Garn oder dehnbaren Stoffen. Es lohnt sich, die Spannung schrittweise zu senken und nach jedem Schritt an einem Probestück zu nähen.

Ein gleichmäßiges Stichbild auf Ober- und Unterseite zeigt an, dass die Spannung passt. Verknotet sich der Faden oben, ist die Spannung meist zu hoch; liegen Schlaufen unten, stimmt häufig der Einfädelweg oder die Unterfadenspannung nicht.

Nadel als Fehlerquelle

Eine verbogene, stumpfe oder falsch eingesetzte Nadel raut den Faden auf und lässt ihn reißen. Auch eine zu dünne Nadel für ein dickes Garn ist ein typischer Auslöser. Die Nadel sollte mit der flachen Kolbenseite korrekt bis zum Anschlag sitzen und zur Stoff- und Garnstärke passen.

Nadeln sind Verschleißteile und werden besser früher als später gewechselt. Als Faustregel gilt, die Nadel nach einigen Projekten oder spätestens bei den ersten Fehlstichen zu erneuern.

Stichplatte und Greiferbahn

Schlägt die Nadel im Lauf der Zeit gegen die Stichplatte, entstehen winzige Grate am Einstichloch, die wie eine Klinge am Faden ziehen. Auch die Greiferbahn kann Kerben bekommen. Solche Stellen lassen sich oft ertasten, indem man mit einem losen Faden über die Kanten fährt und prüft, ob er hängen bleibt.

Zeigt die Stichplatte deutliche Einkerbungen, schafft eine passende Ersatz-Stichplatte für das jeweilige Modell Abhilfe. Eine glatte Platte lässt den Faden frei laufen und beseitigt eine oft übersehene Ursache für wiederkehrende Risse.

Faden und Garnqualität

Altes, sprödes oder ungleichmäßig gesponnenes Garn reißt leichter. Auch ein Garn, das sich beim Abrollen verheddert oder am Garnrollenhalter klemmt, gerät unter ruckartige Spannung. Eine passende Garnrollenkappe und ein sauber laufender Faden beugen vielen Rissen vor.

Bei Maschinen mit stehendem Garnrollenhalter kann eine zusätzliche Fadenführung helfen, damit sich der Faden gleichmäßig abrollt. Wer hochwertiges, frisches Garn verwendet, schließt eine weitere häufige Fehlerquelle aus.

Häufige Fragen

Warum reißt der Oberfaden nur bei hoher Geschwindigkeit?

Bei hohem Tempo wirken sich raue Stellen, zu hohe Spannung oder ein hakelnder Fadenlauf stärker aus. Langsameres Nähen und das Prüfen von Nadel und Fadenweg helfen, die Ursache einzugrenzen.

Kann falsches Einfädeln allein den Faden reißen lassen?

Ja. Springt der Faden aus einer Führung oder liegt er nicht in den Spannungsscheiben, entsteht ruckartige Spannung. Vollständiges Neueinfädeln bei angehobenem Nähfuß ist deshalb der erste Schritt.

Wie erkenne ich einen Grat an der Stichplatte?

Fährt man mit einem losen Faden oder Wattestäbchen über das Einstichloch und es bleibt hängen, deutet das auf eine raue Kante hin. Eine solche Stichplatte sollte ersetzt werden.

Wie oft sollte man die Nadel wechseln?

Spätestens, wenn Fehlstiche, Geräusche oder Fadenrisse auftreten. Viele wechseln die Nadel nach einigen Projekten vorbeugend, da sie ein günstiges Verschleißteil ist.