Kellerfalten und Quetschfalten sind klassische Fältelungen, die Röcken, Kleidern und Accessoires Struktur und Bewegung verleihen. Beide entstehen durch das gezielte Legen von Stoff, unterscheiden sich aber in der Faltrichtung. Damit die Falten gleichmäßig sitzen, kommt es auf sauberes Markieren, präzises Legen und sorgfältiges Fixieren an. Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Prozess und erklärt, worauf beim Absteppen zu achten ist.
Inhalt
Falten verstehen und markieren
Eine Kellerfalte besteht aus zwei gegeneinander gelegten Falten, die sich auf der Vorderseite in der Mitte treffen und dort eine glatte Fläche bilden. Die Quetschfalte, auch als umgekehrte Kellerfalte bezeichnet, ist deren Kehrseite: Hier treffen sich die Falten auf der Rückseite, während vorne eine Vertiefung sichtbar bleibt. Beide beruhen auf demselben Legeprinzip, nur die Betrachtungsseite unterscheidet sich.
Vor dem Legen werden die Faltenlinien exakt markiert. Üblich sind drei Linien je Falte: eine Legelinie und zwei Ziellinien, auf die der Stoff gelegt wird. Schneiderkreide, ein Trickmarker oder feine Einschnitte in der Nahtzugabe helfen bei der Übertragung. Gleichmäßige Abstände sind entscheidend, damit die Falten am Ende regelmäßig wirken.
Falten legen und fixieren
Zum Legen wird der Stoff entlang der markierten Linien gefaltet, sodass die Legelinie jeweils auf die zugehörige Ziellinie trifft. Bei der Kellerfalte werden zwei Falten aufeinander zubewegt, bei der Quetschfalte voneinander weg. Die gelegten Falten werden mit Stecknadeln oder Stoffklammern gesichert und mit dem Bügeleisen scharf gebügelt, damit die Kanten sauber stehen.
Anschließend werden die Falten im Bereich der späteren Naht mit einer langen Heftnaht oder knapp in der Nahtzugabe fixiert. Diese Fixierung verhindert, dass die Falten beim weiteren Nähen verrutschen. Bei mehreren Falten hintereinander empfiehlt es sich, gleichmäßig zu arbeiten und die Abstände zwischendurch zu kontrollieren. Für gleichmäßige Fältelungen kann ein Faltenhilfsmittel oder ein bestimmter Nähfuß nützlich sein, den man als passendes Zubehör über den Ersatzteilfinder ermitteln kann.
Absteppen und Fertigstellen
Sollen die Falten im oberen Bereich flach anliegen und erst weiter unten frei fallen, werden sie ein Stück weit abgesteppt. Dazu wird von der Oberkante bis zur gewünschten Länge knappkantig genäht. Ein sauberer Nahtverlauf ist hier wichtig, da die Steppnaht später sichtbar bleibt und die Optik prägt.
Nach dem Absteppen wird die Fältelung noch einmal gebügelt, damit die Kanten präzise stehen. Wer besonders scharfe Kanten möchte, kann mit einem feuchten Bügeltuch arbeiten. Zum Abschluss werden die Fadenenden vernäht oder verknotet. Ein gleichmäßiges Bügeln entscheidet maßgeblich über den professionellen Eindruck der fertigen Falten.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Kellerfalte und Quetschfalte?
Beide werden gleich gelegt. Bei der Kellerfalte treffen sich die Falten vorne und bilden eine glatte Fläche, bei der Quetschfalte treffen sie sich hinten, sodass vorne eine Vertiefung entsteht.
Wie viel Stoff brauche ich für Falten?
Als Faustregel wird für jede Falte etwa die dreifache Breite der sichtbaren Faltenfläche einkalkuliert, da der Stoff hin- und zurückgelegt wird.
Warum sollte ich die Falten heften?
Das Heften oder Fixieren in der Nahtzugabe verhindert, dass die gelegten Falten beim weiteren Nähen verrutschen, und sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis.