Gritzner 788 warten: Messer, Greifer und Fadenführung im Blick

Gritzner 788 warten: Messer, Greifer und Fadenführung im Blick

Die Gritzner 788 ist eine Overlock, die bei regelmäßiger Pflege über viele Jahre zuverlässig arbeitet. Wie bei jeder Kettelmaschine sammeln sich im Inneren Fadenreste und Stofffusseln, die auf Dauer den Transport und die Fadenführung beeinträchtigen. Wer Messer, Greifer und Fadenwege im Blick behält, beugt vielen typischen Störungen vor. Dieser Überblick zeigt, worauf es bei der Wartung ankommt und welche Teile dem Verschleiß unterliegen.

Inhalt

Reinigung als Grundlage jeder Wartung

Vor jeder Wartung wird die Maschine vom Stromnetz getrennt. Anschließend öffnet man den Greiferraum und den Deckel über der Nadelstange. Mit einem Pinsel oder einer kleinen Bürste lassen sich die Fusseln entfernen, die sich besonders rund um das Messer und unter der Stichplatte ansammeln. Druckluft aus der Dose sollte man sparsam und aus etwas Abstand einsetzen, damit Fusseln nicht tiefer in das Gehäuse gedrückt werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Transporteur. Zwischen seinen Zähnen setzt sich Faserstaub fest, der den Stofftransport ungleichmäßig macht. Ist der Bereich frei, läuft der Stoff wieder gleichmäßig unter dem Nähfuß durch. Eine solche Grundreinigung empfiehlt sich nach jedem größeren Projekt, spätestens aber, wenn sich sichtbar Flusen im Greiferraum zeigen.

Messer und Greifer prüfen

Das Obermesser der Overlock beschneidet die Stoffkante vor dem Umnähen. Wird der Schnitt ausgefranst oder bleiben Fäden stehen, ist die Klinge meist stumpf. Das Messer zählt zu den Teilen, die sich mit der Zeit abnutzen und ersetzt werden müssen. Beim Wechsel achtet man auf die korrekte Höhe zum Untermesser, damit beide Klingen sauber aneinander vorbeischneiden.

Die Greifer führen die Fäden und bilden gemeinsam mit der Nadel die Kettelnaht. Sie sollten frei von Fadenresten und Graten sein, denn schon kleine Rauheiten führen zu Fadenrissen. Wer Klingen oder andere die passenden Verschleißteile ersetzen möchte, achtet auf die exakte Modellzuordnung, da Bauform und Befestigung zwischen Overlockmodellen deutlich variieren. Nach dem Einbau prüft man den Lauf zunächst langsam und ohne Stoff.

Fadenführung und Ölen

Viele Fehlstiche entstehen nicht am Greifer, sondern an der Fadenführung. Fäden müssen entlang ihres gesamten Weges spannungsgleich laufen, von der Fadenrolle über die Führungsösen bis zu den Spannungsscheiben. Setzt sich dort Staub ab oder ist ein Faden aus einer Führung gesprungen, wird die Naht ungleichmäßig. Das komplette Neueinfädeln in der vorgegebenen Reihenfolge löst viele scheinbar mechanische Probleme.

Die Gritzner 788 benötigt an den beweglichen Metallteilen gelegentlich einen Tropfen Nähmaschinenöl. Man verwendet ausschließlich dünnflüssiges Nähmaschinenöl, niemals Haushaltsöl, das verharzt. Ein einziger Tropfen an den vorgesehenen Stellen genügt; überschüssiges Öl wird abgewischt, damit es später nicht auf den Stoff gelangt. Nach dem Ölen näht man einige Zentimeter auf einem Reststück, um mögliche Ölspuren aufzunehmen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich die Gritzner 788 reinigen?

Eine gründliche Reinigung nach jedem größeren Projekt ist sinnvoll. Wer viel mit fusselnden Stoffen arbeitet, entfernt die Flusen häufiger, da sich Faserstaub schnell im Greiferraum sammelt.

Woran erkenne ich ein stumpfes Overlockmesser?

Typische Anzeichen sind eine ausgefranste Schnittkante, stehen bleibende Fäden oder ein Stoff, der nicht mehr glatt beschnitten wird. Dann ist ein Klingenwechsel angeraten.

Welches Öl ist für die Maschine geeignet?

Ausschließlich dünnflüssiges Nähmaschinenöl. Andere Öle können verharzen und die Mechanik langfristig blockieren.