Kurz gesagt: Gardinen kürzt man, indem man die fertige Länge ausmisst, die Saumzugabe addiert und den Stoff vor dem Nähen hängen lässt. Ein doppelt eingeschlagener Saum liegt sauber, beschwert den Abschluss und franst nicht aus.
Richtig messen vor dem Schnitt
Zuerst wird die gewünschte fertige Länge ermittelt – am besten am aufgehängten Vorhang, damit sich der Stoff bereits gesetzt hat. Viele Stoffe längen sich über Tage etwas aus. Deshalb hängt man frisch gewaschene Gardinen ein bis zwei Tage auf und misst erst dann die endgültige Länge.
Man misst von der Aufhängung – Schiene, Stange oder Haken – bis zum gewünschten unteren Abschluss und markiert die Linie rundum. Eine zusätzliche Markierung in der Mitte hilft, ein Verziehen zu erkennen, falls der Stoff schräg hängt.
Saumzugabe berechnen
Zur fertigen Länge addiert man die Saumzugabe. Ein doppelt eingeschlagener Saum braucht die doppelte Saumtiefe: Bei einem Saum von vier Zentimetern rechnet man also acht Zentimeter hinzu. Der doppelte Einschlag verhindert, dass die Schnittkante durchscheint, und gibt dem unteren Abschluss etwas Gewicht.
Bei langen Vorhängen lohnt es sich, die Zugabe vor dem Schneiden noch einmal zu kontrollieren, denn ein zu knapp geschnittener Stoff lässt sich nicht mehr verlängern. Lieber etwas großzügiger zugeben und den Saum bei Bedarf tiefer einschlagen.
Stoffart beachten
Leichte, transparente Stoffe neigen zum Verrutschen und lassen Schnittkanten durchscheinen; hier ist der doppelte Saum besonders sinnvoll. Schwere Dekostoffe brauchen kräftigere Nadeln und etwas mehr Saumgewicht, damit der Vorhang gut fällt.
Bei stark strukturierten oder beschichteten Stoffen hilft ein Probestück, die richtige Einstellung zu finden. Manche Gewebe lassen sich besser mit Klammern als mit Stecknadeln fixieren, weil Nadeln sichtbare Löcher hinterlassen können.
Den Saum nähen
Die Saumzugabe wird zweimal nach innen eingeschlagen, gebügelt und gesteckt oder geklammert. Anschließend näht man mit gleichmäßiger Geschwindigkeit eine gerade Naht knapp an der oberen Umschlagkante. Wer einen unsichtbaren Abschluss möchte, nutzt den Blindstich vieler Maschinen.
Gleichmäßiger Stofftransport ist wichtig, damit sich nichts schiebt. Läuft der Transport unregelmäßig oder bleibt der Stoff stehen, lohnt ein Blick auf Transporteur und passende Maschinenteile, die sich modellgenau über einen Ersatzteilfinder bestimmen lassen.
Gleichmäßiger Abschluss
Damit beide Seiten gleich lang hängen, kontrolliert man die Saumbreite an mehreren Punkten und richtet die seitlichen Kanten parallel aus. Eckabschlüsse werden auf Gehrung gelegt, damit sie flach liegen und nicht auftragen.
Zum Schluss hängt man den Vorhang auf und prüft den Fall, bevor man die zweite Bahn nach demselben Maß kürzt. So bleibt das Ergebnis über alle Bahnen hinweg gleichmäßig.
Häufige Fragen
Wie viel Saumzugabe brauche ich für Gardinen?
Für einen doppelt eingeschlagenen Saum addiert man die doppelte Saumtiefe. Bei vier Zentimetern Saum sind das acht Zentimeter zusätzlich zur fertigen Länge.
Sollte ich Gardinen vor dem Kürzen waschen?
Ja, sofern der Stoff waschbar ist. So setzt sich ein möglicher Einlauf vor dem Zuschnitt, und der Saum bleibt nach der nächsten Wäsche in der richtigen Länge.
Welcher Stich eignet sich für einen unsichtbaren Saum?
Der Blindstich vieler Nähmaschinen fasst nur wenige Fäden des Oberstoffs und bleibt von der Vorderseite kaum sichtbar. Ein Probestück hilft, die Einstichtiefe einzustellen.
Wie verhindere ich, dass der Stoff beim Nähen verrutscht?
Gut bügeln, ausreichend stecken oder klammern und gleichmäßig nähen. Bei glatten Stoffen helfen Klammern und ein gleichmäßiger Stofftransport, ein Verziehen zu vermeiden.