Bündchen an Ärmeln, Beinen oder am Halsausschnitt sollen eng anliegen, ohne einzuschnüren, und dabei glatt und ohne Wellen sitzen. Der Schlüssel liegt im richtigen Verhältnis zwischen Bündchenlänge und Öffnungsweite sowie im gleichmäßigen Dehnen während des Nähens. Wer dieses Zusammenspiel versteht, näht Bündchen zuverlässig faltenfrei an.
Inhalt
- Die richtige Länge berechnen
- Gleichmäßig dehnen und annähen
- Stichwahl und häufige Probleme
- Häufige Fragen
Die richtige Länge berechnen
Ein Bündchen wird kürzer zugeschnitten als die Öffnung, an die es angenäht wird, damit es sich zusammenzieht und anliegt. Als Richtwert gilt für Ärmel- und Beinbündchen häufig etwa 70 bis 80 Prozent der Öffnungsweite, für den Halsausschnitt eher 80 bis 90 Prozent, je nach Dehnbarkeit des Materials. Ein sehr dehnbares Bündchen darf kürzer sein als ein wenig elastisches.
Bevor man endgültig zuschneidet, lohnt der Dehnungstest: Das Bündchen wird locker um die Öffnung gelegt und gedehnt, bis es flach anliegt. So bekommt man ein Gefühl für das passende Verhältnis. Beide Enden des Bündchens werden zu einem Ring geschlossen und der Ring in vier gleiche Abschnitte geteilt, ebenso die Öffnung.
Gleichmäßig dehnen und annähen
Die vier Markierungen von Bündchen und Öffnung werden aufeinander gesteckt. Beim Nähen dehnt man das Bündchen jeweils von Markierung zu Markierung so weit, dass es die Länge der Öffnung erreicht, während der untere Stoff nicht gedehnt wird. Wichtig ist, nur das Bündchen zu ziehen und den Zug gleichmäßig auf den Abschnitt zu verteilen.
Für elastische Materialien ist eine Jerseynadel mit abgerundeter Spitze sinnvoll, damit die Maschenware nicht beschädigt wird. Die passende Nadel für die eigene Maschine lässt sich über die passende Nadel über den Ersatzteilfinder ermitteln. Genäht wird mit einem dehnbaren Stich, damit die Naht beim Tragen nicht reißt.
Stichwahl und häufige Probleme
An der Overlock ist der Anschluss eines Bündchens in einem Arbeitsgang möglich. An der Haushaltsnähmaschine verwendet man einen schmalen Zickzack oder einen speziellen Stretchstich, damit die Naht mitdehnt. Ein reiner Geradstich reißt bei Belastung leicht auf.
Wellen entstehen, wenn das Bündchen zu lang zugeschnitten oder ungleichmäßig gedehnt wurde. Schneidet die Naht ein, war das Bündchen zu kurz. Ein Probestück und das Aufteilen in Abschnitte beugen beiden Fehlern vor. Nach dem Nähen wird die Nahtzugabe vorsichtig zum Kleidungsstück gebügelt, ohne das Bündchen zu dehnen.
Häufige Fragen
Wie kurz muss ein Bündchen zugeschnitten werden?
Als Richtwert gelten etwa 70 bis 80 Prozent der Öffnungsweite bei Ärmeln und Beinen und 80 bis 90 Prozent am Halsausschnitt, abhängig von der Dehnbarkeit des Materials.
Welchen Stich nehme ich an der Haushaltsnähmaschine?
Einen dehnbaren Stich wie einen schmalen Zickzack oder einen Stretchstich. Ein reiner Geradstich reißt bei elastischen Stoffen leicht auf.
Warum wirft mein Bündchen Wellen?
Meist ist es zu lang zugeschnitten oder wurde beim Nähen ungleichmäßig gedehnt. Das Aufteilen in vier Abschnitte sorgt für gleichmäßige Verteilung.