Der Saum an einem T-Shirt sieht schlicht aus, gehört aber zu den Stellen, an denen viele Nähprojekte scheitern. Jersey ist elastisch, und eine Naht, die diese Dehnung nicht mitmacht, wellt sich, reißt beim Anziehen oder hinterlässt kleine Löcher im Gewebe. Mit der richtigen Nadel, der passenden Stichart und einer angepassten Spannung lässt sich ein Saum nähen, der sich mit dem Stoff dehnt und dabei flach bleibt.
Inhalt
- Warum Jersey besondere Behandlung braucht
- Nadel und Stichart richtig wählen
- Spannung, Transport und typische Fehler
- Häufige Fragen
Warum Jersey besondere Behandlung braucht
Jersey ist eine Maschenware, keine Webware. Seine Fäden sind zu Maschen verschlungen, wodurch der Stoff in der Breite stark nachgibt. Eine gerade Steppnaht aus einer normalen Nähmaschine dehnt sich dagegen kaum. Wird ein solcher Saum belastet, spannt sich der Faden bis zum Bruch, und die Naht platzt genau dort, wo der Stoff am stärksten arbeitet.
Zusätzlich reagiert Maschenware empfindlich auf die falsche Nadel. Eine spitze Universalnadel kann die Maschenfäden durchstechen und zerschneiden, statt sie beiseitezuschieben. An diesen Stellen entstehen Löcher, die sich beim Tragen zu Laufmaschen ausweiten. Die Wahl von Nadel und Stich ist deshalb keine Nebensache, sondern entscheidet über die Haltbarkeit des Saums.
Nadel und Stichart richtig wählen
Für Jersey eignet sich eine Jerseynadel mit abgerundeter Spitze, die zwischen die Maschenfäden gleitet, statt sie zu durchtrennen. Bei sehr elastischen oder synthetischen Stoffen kann auch eine Stretchnadel sinnvoll sein. Die passende Nadel findet man über den die passende Nadel über den Ersatzteilfinder, indem man Nadelsystem und Stärke auf Stoff und Maschine abstimmt. Für feinen Jersey wählt man eine dünnere Stärke, für Sweat eine kräftigere.
Bei der Stichart bieten sich mehrere Wege an. Die Zwillingsnadel erzeugt auf der Oberseite zwei parallele Steppnähte und auf der Unterseite einen zickzackartigen Unterfaden, der sich dehnt und zugleich professionell aussieht. Alternativ nutzt man einen schmalen Zickzackstich oder einen speziellen Stretchstich. Wer eine Coverlock oder Overlock besitzt, erhält damit den elastischen Kettelabschluss, den man von gekaufter Kleidung kennt.
Spannung, Transport und typische Fehler
Wellt sich der Saum, liegt es oft an zu hoher Fadenspannung oder daran, dass der Stoff beim Nähen unter Zug stand. Man führt Jersey ohne zu ziehen und lässt den Transporteur die Arbeit übernehmen. An Maschinen mit Differentialtransport reduziert eine passende Einstellung das Wellen zusätzlich. Ein Obertransportfuß hilft, wenn sich die obere Stofflage gegenüber der unteren verschiebt.
Löcher am Saum weisen fast immer auf eine ungeeignete oder stumpfe Nadel hin. Ein Nadelwechsel vor einem neuen Projekt beugt vor. Kräuselt sich der Stoff nur am Anfang oder Ende der Naht, hilft es, mit etwas mehr Stofffläche zu beginnen und langsam anzunähen. Ein Probestück aus demselben Material zeigt vor dem eigentlichen Saum, ob Nadel, Stich und Spannung zusammenpassen.
Häufige Fragen
Welche Nadel eignet sich für T-Shirt-Stoff?
Eine Jerseynadel mit abgerundeter Spitze gleitet zwischen die Maschenfäden, statt sie zu durchstechen. Bei sehr elastischen Stoffen kann eine Stretchnadel die bessere Wahl sein.
Warum wellt sich mein Jerseysaum?
Meist stand der Stoff beim Nähen unter Zug oder die Fadenspannung war zu hoch. Den Stoff locker führen und, wenn vorhanden, den Differentialtransport passend einstellen.
Kann ich Jersey mit einer normalen Nähmaschine säumen?
Ja, mit einer Zwillingsnadel, einem Zickzack- oder einem Stretchstich. Wichtig ist, dass die Naht sich mit dem Stoff dehnen kann und nicht als starre Geradstichnaht ausgeführt wird.