Coverlock-Maschinen: was Cover- und Kettenstich leisten

Coverlock-Maschinen: was Cover- und Kettenstich leisten

Kurz gesagt: Eine Coverlock erzeugt den Coverstich für elastische Säume und den Kettenstich für stabile Geradnähte. Anders als die Overlock schneidet sie die Kante nicht ab, sondern deckt sie ab oder verkettet sie – ideal für dehnbare Stoffe.

Der Coverstich und wofür er gedacht ist

Der Coverstich zeigt auf der Oberseite zwei oder drei parallele Nahtlinien und auf der Unterseite ein verschlungenes Greifergeflecht, das die Kante abdeckt. Er ist dehnbar und eignet sich besonders für Säume an T-Shirts, Bündchen und anderen Maschenstoffen, wo eine gerade Naht beim Dehnen reißen würde.

Die abgedeckte Kante liegt flach, franst nicht aus und gibt dem Saum ein professionelles Aussehen, wie man es von gekaufter Maschenware kennt. Je nach Maschine lassen sich Schmal- und Breit-Cover sowie ein dreifacher Coverstich einstellen.

Der Kettenstich

Der Kettenstich ist eine einreihige Naht, die auf der Rückseite kettenartig aussieht. Er ist stabil und zugleich leicht dehnbar und wird für tragende Geradnähte genutzt. Viele Coverlock-Geräte beherrschen den Kettenstich zusätzlich zum Coverstich, was den Einsatzbereich erweitert.

Praktisch ist der Kettenstich etwa für lange, gerade Verbindungsnähte, die belastbar bleiben sollen. Weil er sich vom Ende her aufribbeln lässt, eignet er sich auch für Hefnähte, die später wieder entfernt werden.

Unterschied zur Overlock

Die Overlock versäubert Kanten, schneidet dabei die Nahtzugabe ab und verbindet Stofflagen mit einem überwendlichen Stich. Die Coverlock dagegen schneidet nicht, sondern deckt Säume ab oder näht stabile Ketten. Beide Maschinentypen ergänzen sich: Die Overlock fügt zusammen und versäubert, die Coverlock saumt elastisch.

Manche kombinierte Geräte vereinen beide Funktionen in einer Maschine, was Platz spart, beim Umrüsten zwischen Overlock- und Coverbetrieb aber etwas Einfädelarbeit bedeutet. Wer beide Arbeitsschritte häufig braucht, wägt zwischen Kombigerät und zwei getrennten Maschinen ab.

Einfädeln und Einstellung

Coverlock-Maschinen arbeiten mit mehreren Nadeln und einem oder mehreren Greifern. Die Reihenfolge beim Einfädeln und die Greiferfadenspannung bestimmen, ob der Stich flach und gleichmäßig liegt. Es lohnt sich, die Einfädelfolge der Bedienungsanleitung genau einzuhalten und an einem Reststück des späteren Stoffs zu testen.

Wer die Modellfamilie eines kombinierten Geräts kennenlernen möchte, bekommt bei den Coverlock-Modellen dieser Baureihe einen Eindruck von Ausstattung und Bauweise solcher Maschinen und davon, wie Cover- und Kettenstich dort umgesetzt sind.

Typische Einsätze

Saumabschlüsse an Jersey, Bündchen, Ärmel- und Beinabschlüsse sowie dekorative Mehrfachnähte gehören zu den häufigsten Anwendungen. Auch flach liegende Ziernähte auf der Stoffoberseite lassen sich mit dem Coverstich gestalten.

Für reine Verbindungsnähte an gewebten Stoffen bleibt die normale Nähmaschine erste Wahl; ihre Stärke spielt die Coverlock bei dehnbaren Materialien aus. Wer viel mit Jersey arbeitet, erweitert mit ihr die Möglichkeiten spürbar.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Coverlock die Overlock?

Nein. Die Overlock versäubert und schneidet Kanten, die Coverlock saumt elastisch und näht Ketten. Sie ergänzen sich, ersetzen einander aber nicht. Kombigeräte vereinen beide Funktionen.

Braucht man eine Coverlock für T-Shirt-Säume?

Zwingend nicht, aber sie erleichtert dehnbare, flach liegende Säume erheblich. Mit einer normalen Maschine lassen sich elastische Säume auch über eine Zwillingsnadel nähen.

Warum wellt sich mein Coverstich?

Meist liegt es an der Greifer- oder Nadelfadenspannung oder an fehlender Stabilisierung des Stoffs. Ein Test am Reststück und das Anpassen der Spannung schaffen oft Abhilfe.

Was ist ein Coverlock-Kombigerät?

Ein Gerät, das sowohl Overlock- als auch Coverstiche näht. Es spart Platz, erfordert beim Wechsel zwischen den Betriebsarten aber etwas Umbau- und Einfädelaufwand.