Blindsaum nähen: unsichtbare Säume an Hosen und Röcken

Blindsaum nähen: unsichtbare Säume an Hosen und Röcken

Ein Blindsaum ist ein Saum, dessen Naht von der rechten Stoffseite kaum zu erkennen ist. Er wird gern an Hosen, Röcken und Kleidern eingesetzt, wo eine sichtbare Absteppnaht stören würde. Mit einem Blindstichfuß und dem Blindstich vieler Nähmaschinen gelingt der Saum auch zu Hause. Entscheidend ist das richtige Falten des Stoffs. Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch das Vorgehen.

Inhalt

Den Stoff richtig falten

Zuerst wird die Saumkante versäubert, damit sie nicht ausfranst. Anschließend wird der Saum in der gewünschten Breite nach innen umgebügelt. Nun folgt der entscheidende Schritt: Der umgeschlagene Saum wird wieder nach außen geklappt, sodass nur ein schmaler Streifen der versäuberten Kante übersteht. Der Stoff liegt dabei zickzackförmig gefaltet.

Durch diese Faltung erfasst die Nadel beim geraden Teil des Stiches nur die Saumzugabe und beim Ausschlag lediglich wenige Fäden der eigentlichen Stofflage. So bleibt außen fast nichts sichtbar. Es lohnt sich, die Faltung mit Stecknadeln oder einer Bügelkante zu sichern, damit sie beim Nähen erhalten bleibt.

Blindstichfuß und Stich einstellen

Der Blindstichfuß hat eine Führungskante oder einen verstellbaren Anschlag, an dem die Bruchkante des Stoffs entlanggleitet. So bleibt der Abstand gleichmäßig. An der Maschine wird der Blindstich gewählt, der aus mehreren geraden Stichen und einem seitlichen Ausschlag besteht.

Die Breite des Ausschlags wird so eingestellt, dass die Nadel beim seitlichen Stich nur ein bis zwei Fäden der Stofffalte erfasst. Sticht sie zu weit, wird die Naht außen sichtbar; sticht sie zu knapp, hält der Saum nicht. Für unterschiedliche Stoffe und Füße lässt sich passendes Zubehör über den Ersatzteilfinder ermitteln, damit Fuß und Nadel zum Material passen.

Nähen und üben

Beim Nähen wird die Bruchkante ruhig an der Führung des Fußes entlanggeführt. Ein gleichmäßiges Tempo hilft, den seitlichen Einstich immer an derselben Stelle zu treffen. Am Anfang empfiehlt sich ein Test an einem Reststück des gleichen Stoffs, um die Ausschlagbreite zu justieren.

Der Blindsaum verlangt etwas Übung, weil das Falten und das genaue Treffen der Falte anfangs ungewohnt sind. Nach einigen Probestücken sitzt der Ablauf, und der Saum wird gleichmäßig. Bei sehr dünnen oder sehr dicken Stoffen kann eine angepasste Stichlänge das Ergebnis verbessern.

Häufige Fragen

Warum ist meine Blindsaumnaht außen sichtbar?

Meist erfasst die Nadel beim seitlichen Ausschlag zu viel Stoff. Die Ausschlagbreite verringern, sodass nur ein bis zwei Fäden der Falte gefasst werden.

Brauche ich zwingend einen Blindstichfuß?

Er erleichtert das gleichmäßige Führen der Falte deutlich. Grundsätzlich ist ein Blindsaum auch mit dem Standardfuß möglich, erfordert dann aber mehr Sorgfalt.

Für welche Stoffe eignet sich der Blindsaum?

Er funktioniert bei den meisten mittelschweren Webstoffen gut. Bei sehr dünnen oder stark strukturierten Stoffen ist etwas mehr Übung nötig.