Kurz gesagt: Saubere Applikationen entstehen, wenn das Motiv vor dem Nähen fixiert und mit einem dichten Zickzack- oder Satinstich umnäht wird. Ein aufbügelbares Vlies und ein Stickvlies als Unterlage verhindern, dass sich der Stoff verzieht oder wellt.
Motiv und Stoff vorbereiten
Für eine saubere Applikation wählt man einen Stoff, der nicht zu stark ausfranst, etwa Baumwollwebware oder Filz. Das Motiv wird zunächst grob ausgeschnitten. Damit es beim Nähen nicht verrutscht, fixiert man es vor dem Umnähen – das ist der wichtigste Schritt für ein ordentliches Ergebnis.
Bei kleinteiligen Motiven plant man die Reihenfolge: Teile, die hinten liegen, werden zuerst aufgebracht, darüber liegende danach. So entstehen saubere Überlappungen ohne offene Kanten.
Mit Vliesofix fixieren
Ein doppelseitig aufbügelbares Vlies, oft als Vliesofix bezeichnet, verbindet die Applikation flächig mit dem Untergrund. Man bügelt das Vlies auf die Rückseite des Applikationsstoffs, schneidet das Motiv exakt aus, zieht die Trägerfolie ab und bügelt das Motiv an die gewünschte Stelle.
So liegt es vollflächig fest und kann beim Nähen nicht wandern. Das spätere Umnähen dient dann vor allem dem sauberen Kantenabschluss und der Haltbarkeit beim Waschen, nicht mehr dem Fixieren.
Den richtigen Stich wählen
Zum Einfassen der Kante eignet sich ein dichter Zickzack oder ein Satinstich. Die Stichbreite richtet sich nach Motiv und Stoff, die Stichlänge wird so kurz gewählt, dass die Stiche dicht nebeneinanderliegen und die Kante vollständig abdecken. An einem Probestück lässt sich die passende Einstellung schnell finden.
Damit die Nadel bei dichten Zickzackstichen sauber einsticht, ist eine Stichplatte mit ausreichend breitem Stichloch hilfreich; passende Stichplatten für viele Modelle sorgen dafür, dass der Stoff nicht in die Öffnung gezogen wird und die Kante gleichmäßig bleibt.
Unterlage gegen Wellen
Dünne Stoffe wellen sich unter dichten Stichen leicht. Ein Stickvlies oder ein abreißbares Stabilisierungsvlies unter dem Untergrundstoff hält die Fläche glatt. Nach dem Nähen reißt man die überstehende Unterlage vorsichtig ab.
So bleibt die Applikation flach und verzieht sich nicht. Bei sehr feinen Stoffen kann ein wasserlösliches Vlies sinnvoll sein, das sich nach dem Nähen rückstandsfrei entfernen lässt.
Ecken und Rundungen meistern
An Außenecken hält man die Nadel im Stoff, hebt den Nähfuß und dreht den Stoff. Bei Rundungen dreht man in kleinen Schritten, jeweils mit gesenkter Nadel an der äußeren Stichposition. So bleibt die Satinkante gleichmäßig und folgt der Form sauber.
Zum Abschluss werden die Fäden vernäht oder nach hinten gezogen und verknotet, damit sich die Naht nicht löst. Mit etwas Übung gelingen auch spitze Ecken und enge Bögen sauber.
Häufige Fragen
Welcher Stich eignet sich am besten für Applikationen?
Ein dichter Zickzack oder ein Satinstich fasst die Kante sauber ein und verhindert Ausfransen. Die Stichlänge wird kurz, die Breite passend zum Motiv gewählt.
Wozu dient Vliesofix?
Das doppelseitig aufbügelbare Vlies fixiert die Applikation vollflächig auf dem Untergrund, sodass sie beim Nähen nicht verrutscht und die Kanten flach liegen.
Warum wellt sich mein Stoff beim Applizieren?
Dichte Stiche ziehen dünne Stoffe zusammen. Ein abreißbares Stickvlies als Unterlage hält die Fläche glatt und wird nach dem Nähen entfernt.
Wie nähe ich saubere Ecken?
An der Ecke die Nadel im Stoff lassen, den Nähfuß anheben und den Stoff drehen. Bei Rundungen in kleinen Schritten mit gesenkter Nadel weiterdrehen.